Das Schwert

Veröffentlicht von Uli Schade am

Vorwort

An dieser Stelle wollen wir uns mit dem Schwert an sich befassen. Denn auch hier tummelt sich zahlreiche Fachtermini, die regelmäßig im Training zur Anwendung kommen und Anfangs für einige Verwirrung sorgen. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, ob mit einem Schaukampfprügel, oder einer Fechtfeder trainiert wird. Fechtfeder? Ach ja. Eine Fechtfeder ist die Übungsvariante des Langes Schwertes. Die Feder hat eine dünnere Klinge mit meist breiterer Schlagkante (Schneide). Sie ist aus Federstahl gefertigt und soll die Sicherheit beim Traning erhöhen. Außerdem ist Sie etwas bis deutlich leichter als normale Replika (etwa 1,4-1,6kg). In Wettkämpfen ist sie gängiger Standard. Übrigens keine Erfindung der Neuzeit. Auch zu Zeiten Meyer´s um 1500 wurden bereits Fechtfedern verwendet. Historikfanatiker können sich also beruhigt zurücklehnen.

Schwertaufbau
Aufbau des Schwertes

Das meiste sollte selbsterklärend sein. Deshalb will ich mich hier auf die wiederkehrenden Unklarheiten beschränken und diese deutlich machen.

Kurze Schneide / Lange Schneide

What? Die sind doch gleich lang! Ja, sind sie. Das ändert aber nichts daran, dass es Techniken gibt, die mit langer oder kurzer Schneide gehauen werden. Meyer erklärt es so:

Die Langeschneid ist die volle Widerschneid von den fingern hinauß / gerad gegen deinem widerpart / die Kurtze oder halbe schneide heist die so gegen dem daumé oder zwisché dem daumen vnd zeiger / oder ersten finger gegen den Fechter selbst gekeret / als ob es vmb gleichnus willen mit andern wehren / also zů reden / der rucken am Schwerdt were / wie auß hie vorgesetzter Figur zůsehen.

Also merken! Wörtlich! Ganz wichtig!

Kleiner Scherz. Kurz zusammen gefasst: Die Lange Schneide wird die genannt, die von einem wegzeigt. Die kurze Schneide bezeichnet entsprechend die „Rückseite“ des Schwertes. Beide Schneiden sind entsprechend lediglich darüber zu definieren, wie man das Schwert in der Hand hält.

Warum nun ausgerechtet kurze/lange Schneide, darüber lässt uns Meyer leider im dunkeln. Es gibt die Theorie, dass die Begriffe vom sog. langen Messer übernommen wurden. Da, nämlich, ist die Rückseite größten Teils stumpf. Nur die Spitze ist beidseitig geschärft. Wenn du es besser weißt: Schreib´s in die Kommentare!

Wichtig bleibt: Lange Schneide, zeigt, wie der Daumen, Richtung Gegner!

Nice to know: Die kurze Schneide wird auch oft als halbe Schneide bezeichnet.

Stärke / Schwäche

Die vordere Hälfte wird Schwäche genannt. Dies resultiert schlicht und einfach am ungünstigen Hebel. Der Gegner hat hier leichtes Spiel, egal wie viel Kraft man selbst aufwendet. Dies ist besonders beim Winden im Band von Bedeutung, sprich, wenn sich beide Klingen berühren. 

Entsprechend hat man den Hebel auf seiner Seite, wenn man mit der eigenen Stärke im Band ist. Die eigene Armkraft wird hier fast eins zu eins auf den Gegner übertragen. 

Das richtige Handling

Die rechte (Führhand) Hand ist unterhalb der Parierstange oder zumindest nah dran. Die Parierstange ist dabei parallel zum Daumen. Man greift das Schwert wie ein großes Küchenmesser, oder auch eine Axt. Die andere (schwache) Hand befindet am unterem Ende und fasst über dem Knauf oder diesen direkt. (hier nicht abgebildet).

Linkshänder haben die große Ehre das Schwert und entsprechend sämtliche Huten gespiegelt zu greifen. Dadurch, das die linke Hand an der Parierstange sitzt, entspricht bspw. der rechte Ochs von der Handhabe dem linken und umgekehrt. 


1 Kommentar

Wolfgang Schwarzmann · 18. Juni 2019 um 09:15

Die Mönchritter (Tempelritter) Kleidung, Bewaffnung, Alltag

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